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Lösungen für die Zukunft der Energie

Experimentierfreudig mit der Lösung realer Probleme beschäftigt: Studierendengruppen präsentieren sich auf dem
Experimentierfreudig mit der Lösung realer Probleme beschäftigt: Studierendengruppen präsentieren sich auf dem "Markt der Möglichkeiten" (Foto: Alessandro Bongiorno)

[19|07|2017]

Projektgruppen des Lehrformats „ZukunftGestalten@HM“ präsentierten ihre Ergebnisse zum Thema „FutureEnergy“

 

Bodenplatten, die über die Tritte der Wartenden am Bahnsteig das Smartphone aufladen. Überlegungen dazu, wie die Energiekunden der Zukunft ticken. Und ein Konzept zur autarken Energieversorgung von Gebäuden ganz ohne fossile Brennstoffe. Das ist das Spektrum der Arbeiten, die neun Projektteams aus Studierenden und Wirtschaftspartnern rund um das Thema „Nachhaltige Energie“ entwickelten.

 

„Hochspannung“

Fast 50 Studierende aus neun Fakultäten mit ebenso vielen betreuenden Professoren nahmen im Sommersemester 2017 am Projektseminar „ZukunftGestalten@HM“ zum Thema „FutureEnergy“ teil. Jedes Jahr entwickeln Studierendenteams in dieser Reihe eigenständig und fächerübergreifend Lösungen für wissenschaftlich und gesellschaftlich relevante Zukunftsfragen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung – dem Thema „Energie“ entsprechend unter den Programmpunkten „Hochspannung“ und „Spitzenleistung“.

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Klaus Kreulich, Vizepräsident für Lehre der Hochschule München, informierte Dr. Regina Schwab über das Rahmen-Projekt des Angebots „ZukunftGestalten@HM. „Für die Zukunft gerüstet“ (ZUG) entwickelt an der Hochschule München Maßnahmen für hervorragende Studienbedingungen: “Das Format ‚ZukunftGestalten@HM‘ findet darin bereits zum dritten Mal erfolgreich und mit positiver Resonanz statt. Es ist ein Vorzeigeprojekt von ZUG“, so Schwab, Senior Projektleitung ZUG.

Prof. Dr. Georg Zollner, wissenschaftlicher Leiter von „ZukunftGestalten@HM“, stellte das Ziel des Lehrformats vor: Fakultäts- und semesterübergreifend mit Projektpartnern erarbeitete Lösungen realer Probleme. Prof. Dr. Thomas Ackermann, Betreuer von der Fakultät für Bauingenieurwesen, führte in das Thema „Energiewende in der Bundesrepublik Deutschland“ ein.

 

„Spitzenleistung“ – die Projekte auf dem Markt der Möglichkeiten

In einer Kurzpräsentation warben die Projektgruppen jeweils für ihren Stand auf dem anschließenden „Markt der Möglichkeiten“. In drei Runden konnten sich die BesucherInnen über die für sie interessanten Projekte informieren, nachfragen und diskutieren.

 

Gemeinschaft schafft Motivation

Bis 2040 möchte die Landeshauptstadt komplett auf erneuerbare Energien umstellen. Aber wie bekommt sie die Hauseigentümer in Sachen Sanierung mit ins Boot? Ein interdisziplinäres Studierendenteam tüftelte ein Kommunikationskonzept zum „Energienutzungsplan“ der Landeshauptstadt aus: Eine Gemeinschaft namens „GreenComMunich“ soll Wohnungs- und HausbesitzerInnen motivieren, ihr Quartier in Sachen Energiesanierung energetisch nach vorne zu bringen – im Wettstreit um Bonuspunkte mit anderen Vierteln. Rote Punkte markieren sanierungsbedürftige Häuser im App-Plan des Quartiers, der auf Knopfdruck mögliche Services und Maßnahmen von der „Energieberatung“ bis zum „Finanzierungsgespräch im Bauzentrum“ ausspuckt.

Der Betreuer des Projektpartners der Stadt München aus dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung lässt die zahlreichen Ideen der Studierenden in die reale Ausschreibung der Stadt München einfließen.

 

Der Prototyp funktioniert: Studierende präsentieren ihre Lösung, wie Wartende zukünftig Strom für ihr Smartphone erzeugen (Foto: Alessandro Bongiorno)
Der Prototyp funktioniert: Studierende präsentieren ihre Lösung, wie Wartende zukünftig Strom für ihr Smartphone erzeugen (Foto: Alessandro Bongiorno)

 

Beim Warten Strom erzeugen

Das rote Lämpchen leuchtet bereits: Einen Prototypen zu bestaunen gab es bei dem Team aus Studierenden unter anderem des Bauingenieurwesens, der Betriebswirtschaft und der Versorgungs- und Gebäudetechnik namens „Step one“. Ihre Konstruktion soll die Tritte Wartender am Bahnsteig über spezielle Bodenplatten in Energie für Smartphones verwandeln. „Man erzeugt Strom beim Warten und spart gleichzeitig noch das Fitnessstudio“, so Tanja Kupschewski, Studierende der Energie- und Gebäudetechnik zu der Idee. Der Projektpartner der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat bereits Interesse an der Konstruktion angemeldet.

 

Menschen, Wasser, Wasserstoff: Alternative Energielösungen

Außerdem auf dem „Markt der Möglichkeiten“ präsentierten sich weitere Studierendengruppen und ihre Projektpartner:

  • Das Team in Kooperation mit E.ON Energie Deutschland GmbH entwickelte ein Konzept für Hardware und intelligente Systeme, damit jeder Privathaushalt in Zukunft selbst Strom erzeugen, verbrauchen und einspeisen kann.
  • In Kooperation mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) arbeiteten Studierende eine Möglichkeit zur kontaktlosen, induktiven Ladung von Handys auf Pedelecs aus.
  • Wie jeder Bürger klimafreundlicher leben kann, dazu erarbeitete eine Studierendengruppe in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München ein Kommunikationskonzept. Drei Typen von EnergienutzerInnen im Jahr 2030 –„Konservativ“, „Performer“ und „Aktivist“ – entwickelte ein Studierendenteam aus der Betriebswirtschaft in Kooperation mit dem Ökostromanbieter Polarstern GmbH.
  • Für den kleinen Ort Schwaigen entwickelte ein Team mit dem Partner „Energiewende Oberland – Bürgerstiftung für Erneuerbare Energien und Energieeinsparung“ eine autarke Energielösung für drei Gebäude – ganz ohne fossile Energieträger.
  • Mit der Max Aicher GmbH & Co. KG setzte sich ein Team mit der Möglichkeit der Stromgewinnung durch ein Pumpspeicherkraftwerk in Poschberg auseinander.
  • Ein Lastenheft für die Installation einer Wasserstoff-Tankstelle im Raum Landshut erarbeitete eine Projektgruppe gemeinsam mit der Initiative Wasserstoff-Region-Landshut e.V.

Und welche Erfahrungen haben die Studierenden für sich mitnehmen können? „Sich in völlig fremde Fachgebiete einzuarbeiten, das war schon ganz schön anstrengend. Aber die Welt ist heute so strukturiert, dass man mit ganz unterschiedlichen Fachrichtungen zusammenarbeitet. Da ist es wichtig, dass man über den Tellerrand hinausblickt. Mir hat es wirklich Spaß gemacht“, so das Resümee von Karl Pirker, Studierender des Bauingenieurwesens aus dem Team Schwaigen.

 

ZukunftGestalten@HM ist ein fakultätsverbindendes Lehrformat. In interdisziplinären Teams engagieren sich Studierende der Hochschule München in Kooperation mit externen Akteuren für eine nachhaltige Entwicklung und Gestaltung unserer gesellschaftlichen Zukunft. Ziel von ZukunftGestalten@HM ist es, die Kompetenzen der Studierenden zu „Nachhaltigkeit“, wie sie in den verschiedenen Fakultäten der Hochschule München verfolgt werden, zu ergänzen und zu verbinden, ganz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

 

Weitere Informationen: Näheres zur Veranstaltung finden Interessierte auf der Seite der Hochschule München im Bereich Nachhaltigkeit

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch

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