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Cal Poly Elektrotechnik Professor Art MacCarley mit HM-Studierenden
Cal Poly Elektrotechnik Professor Art MacCarley mit HM-Studierenden

[15|02|2018]

Bericht über den Cal Poly - HM Dozentenaustausch, erschienen im Newsletter des Cal Poly Electrical Engineering Fachbereichs

 

Dieses Jahr hatten drei Professoren der Elektrotechnik die Möglichkeit Learn by Going als Gastwissenschaftler in München kennenzulernen. Dort waren sie im Rahmen des Learn by Doing-Ansatzes der California Polytechnic State University in einem der großen Wissenschafts-, Technik- und Technologiezentren der Welt zu Gast.

 

Bridget Benson, Art MacCarley und Dan Malone nahmen an einem Fakultätsaustauschprogramm mit der Hochschule München (HM) teil, der zweitgrößten Universität für angewandte Wissenschaften in Deutschland. Die vor 15 Jahren ins Leben gerufene Hochschulpartnerschaft wird seit knapp drei Jahren durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Fördermittel mit einer Laufzeit von vier Jahren und einem Volumen von einer Million Euro wurden der Hochschule München zur weiteren Intensivierung der Kooperation und für den systematischen Ausbau der gemeinsamen Lehr-, Lern- und Forschungsmöglichkeiten zwischen den beiden Hochschulen bereitgestellt.

 

Obwohl die Cal Poly und die Hochschule München vieles gemeinsam haben, war Benson besonders von den Unterschieden fasziniert. „An der HM werden die Studentinnen und Studenten nur anhand einer einzigen Abschlussprüfung benotet. Es gibt keine Hausaufgaben, Tests oder Zwischenprüfungen“, so die Wissenschaftlerin. „Abgesehen von einem oder zwei speziellen Laborkursen schreiben sich die Studierenden nicht in Kurse ein, sondern sie melden sich für eine Abschlussprüfung an. Folglich besuchen sie so viele Kurse, wie sie möchten. Man kann nie vorhersagen, wie viele Studierende jeweils an den einzelnen Veranstaltungstagen erscheinen, deshalb ist es etwas schwierig einzuschätzen, wie viele Handouts man jeweils ausdrucken sollte. Auch wenn die Professorinnen und Professoren dazu verpflichtet sind eine Sprechstunde pro Woche abzuhalten, nutzen deutsche Studierende dieses Angebot eher selten. Das System gibt den Studentinnen und Studenten mehr Verantwortung hinsichtlich ihres eigenen Lernprozesses.

„Ich habe dort einen Kurs gegeben, den ich auch an der Cal Poly (CPE 329) gebe. Aber etwas modifiziert, sodass er an das deutsche Hochschulsystem angepasst ist. Interessanterweise erreichten die deutschen Studierenden trotz des unterschiedlichen Hochschulsystems dieselben Lernergebnisse und Noten, wie meine Studenten an der Cal Poly.“

 

In einem fremdsprachigen Land zu leben und zu arbeiten, kann ähnlich erkenntnisreich sein, bemerkt sie. Selbst die einfachsten Besorgungen können mit Herausforderungen verbunden sein. „Das richtige Geschäft, das richtige Produkt oder die richtigen Worte zu finden, wenn man um Hilfe bitten möchte oder einen Fehler beim Wechselgeld bemerkt, ist eine ständige Herausforderung“, sagt sie. „Jedes Mal, wenn ich eine Besorgung erledigt hatte, atmete ich erst einmal erleichtert durch und hatte ein bisschen das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Und ich hatte es leicht: Ich hatte ein Team von der HM und von der Cal Poly um mich herum, die mir bei allem geholfen haben. Ich hatte Freunde in München und ich war in einem Land, in dem die meisten Menschen meine Sprache verstehen. Das hat mich dazu gebracht über die Schwierigkeiten von Flüchtlingen nachzudenken, die sich in einem anderen Land ohne Arbeit befinden, die Sprache nicht verstehen können und niemanden haben, der ihnen hilft oder etwas dafür tut, dass sie sich willkommen fühlen. Meine Auslandserfahrung hat mir gezeigt, dass zu den wichtigsten globalen Kompetenzen, die in der heutigen Welt benötigt werden, Geduld und eine offene Einstellung gehören.“

 

MacCarley, der den Kurs ‚Automotive Engineering for a Sus¬tainable Future’ veranstaltete, war von den Ressourcen beeindruckt, die an der HM und in München selbst verfügbar sind. „Überall in der Stadt lassen sich Beispiele für die neusten Technologien finden“, erzählt er, „darunter auch Unternehmen wie Linde Industriegase, ein führendes Unternehmen im Bereich der Wasserstofftechnologie. Und natürlich BMW. Ich konnte von beiden Unternehmen Gastredner für meinen Unterricht gewinnen. Als ich den Prototypen des BMW i8 Plug-in-Hybrid-Elektrosportwagens im BMW-Museum sah, konnte ich meine Begeisterung kaum verbergen. Der hohe Grad der Automatisierung und die nahtlose Integration in den Arbeitsablauf der Montagearbeiter im BMW-Werk hat mich sehr erstaunt.“

Solche internationalen Einflüsse und Zusammenspiele haben jeden Bereich des Programms durchzogen, bemerkt MacCarley.

 

„In Zusammenarbeit mit den beiden Münchner Professoren, Bowen und Doll, arbeitete ich als Berater an einem von der Industrie unterstützten Projekt, bei dem wir einen modularen Reichweitenverlängerer für Elektrofahrzeuge an einem 987er Porsche entwickelt haben“, berichtet er. „Die Studierenden, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben, kamen aus Australien, England, Russland und Spanien.“ Darüber hinaus hatte ich auch das Glück, neue Bekanntschaften unter den Dozenten aus Australien, England, Deutschland, Neuseeland und Rumänien zu machen. Und auch dank meines Interesses an Motorrädern entstanden mit einer Vielzahl von Kollegen aus der Elektrotechnik und auch aus dem Maschinenbau enge Verbindungen. Der internationale Austausch, egal ob persönlicher, beruflicher oder akademischer Art, wird immer wichtiger, da die Welt international immer vernetzter wird, betont MacCarley. „In der Zukunft wird es entscheidend sein, dass führende Wissenschaftler und Technologieanbieter in der Lage sein werden, mit ihren weltweiten Kollegen zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten, diese zu verstehen und zu respektieren“, führt er weiter aus.

 

„Der Fakultätsaustausch, von dem Bridget, Dan und ich an der HM profitiert haben, kam auch den Professoren Nils Rosehr, Alfred Irber und Markus Krug an der Cal Poly zugute, von dem wiederum die Studierenden an den jeweiligen Hochschulen profitieren können. Ein solcher Austausch von realen Erfahrungen eröffnet eine breite Palette an Möglichkeiten. Und genau das benötigten unsere Studentinnen und Studenten bei einer kompetenten und vielfältigen Ingenieurausbildung.“

 

Malone, der zwei HM-Kurse gab, ist ein Veteran der internationalen Teamarbeit. Er hatte bereits während seiner Zeit bei IBM drei langfristige Auslandsaufenthalte. „Die Hochschule für angewandte Wissenschaften München hat gezeigt, wie eine internationale Erfahrung die Produktivität, Neugier und Belastbarkeit steigern kann. Dadurch wird nicht nur unsere Wahrnehmung für die Welt erweitert, sondern auch das persönliche Wachstum, der berufliche Erfolg und die Bildung von Gemeinschaft zwischen Studierenden und Dozenten gleichermaßen gefördert.“

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