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Frischer Wind für die Alpen

Zukunft und Tradition treffen aufeinander, wenn junge Menschen die Hofnachfolge antreten (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten)
Zukunft und Tradition treffen aufeinander, wenn junge Menschen die Hofnachfolge antreten (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten)

[14|03|2019]

Forschungsprojekt ergründet die Zukunft junger Berglandwirte und Berglandwirtinnen

 

Die Zukunft gehört der jungen Generation – auch in der Alpenlandwirtschaft. Die Fakultät für Tourismus versetzt sich unter Prof. Dr. Thomas Bausch im Rahmen eines Forschungsprojekts in die Perspektive von jungen (potenziellen) Hofnachfolgern und -folgerinnen im gesamten Alpenraum. Dazu hat das Forschungsteam in den letzten Monaten Einzelpersonen interviewt sowie Workshops und Fokusgruppengespräche durchgeführt.

 

Denn: Die Landwirtschaft im Alpenraum ist vielfältig, traditionsreich und wertvoll für die Artenvielfalt der Bergwelt. Gleichzeitig ist ihre Zukunft oft von Unsicherheit geprägt wie Globalisierung, Klimawandel und Änderungen am Markt. Hofnachfolger und Hofnachfolgerinnen stehen folglich häufig vor der Entscheidung: Bleiben, um einen Betrieb zu übernehmen oder die Region aufgrund mangelnder Zukunftsaussichten verlassen? Keine leichte Wahl. So begrüßten die Teilnehmenden die Möglichkeit zum Austausch mit Personen in einer ähnlichen Lage in den Gruppengesprächen. „Das Projekt kam sehr positiv an“, resümiert Regina Mack, die Koordinatorin. Ziel der Forschung ist es, die Zukunftsperspektiven der nächsten Generation zu erforschen, also: Wie stellen sich die jungen Leute ihre Zukunft vor? Was wünschen sie sich? Dabei kamen neue Ansätze zur Sprache wie innovative Vermarktungsstrategien, sektorenübergreifende Kooperationen, neue Arbeitsmodelle wie beispielsweise Hofsharing oder Möglichkeiten, sekundäre Einkommensquellen aufzutun.

 

Gründe für und gegen die Berglandwirtschaft

Was Bergbauern und -bäuerinnen am meisten umtreibt variiert im Detail regional. Ortsunabhängig diskutierten die Teilnehmenden den starken Wettbewerb innerhalb der EU sowie mit den Bauern auf dem ebenen Land, beispielsweise hinsichtlich des Milchpreises, sowie eine mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung der Landwirtschaft. Die nächste Generation benannte viele Gründe, warum sie sich für die Berglandwirtschaft entschieden hatte: Freude an der Landwirtschaft, Arbeiten in der Natur und die daraus erwachsende Bodenständigkeit, Fortführen des Familienerbes, Handlungsfreiheit und Selbstständigkeit, einen abwechslungsreichen Job in der Region und allgemein den Lebensstil. Das Team sprach auch mit jungen Menschen, die sich gegen eine Nachfolge entschieden haben. „Ihre Gründe waren sehr unterschiedlich“, berichtet Regina Mack, „mancher hatte schlicht kein Interesse an der Landwirtschaft, anderen machte die harte körperliche Arbeit zu schaffen.“

 

Besonders interessieren sich die Teilnehmenden für die Ergebnisse der Forschung. Ihr Wunsch: Es soll etwas passieren. So ist die Hoffnung, dass einige der gesammelten Ideen im Sinne der angewandten Wissenschaft umgesetzt werden können.

 

Projektträger von „Zukunft der Berglandwirtschaft: Erwartungen und Perspektiven junger Bäuerinnen und Bauern und Folgerungen für die EUSALP“ ist das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Das Projekt läuft vom 1. Oktober 2017 bis 31. September 2019, Hauptförderer ist die Arge Alp. Die genauen Forschungsergebnisse werden auf einer Konferenz vorgestellt, voraussichtlich im Juni.

 

 

Cathrin Cailliau

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