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Wiederverwendbarkeit von FFP2-Masken

Aufbau des Beatmungssimulators zur Untersuchung von 15 verschiedenen FFP2-Maskenmodellen (Foto: Christian Schwarzbauer)
Aufbau des Beatmungssimulators zur Untersuchung von 15 verschiedenen FFP2-Maskenmodellen (Foto: Christian Schwarzbauer)

[13|01|2022]

HM-Untersuchung: Hält die Schutzwirkung?

 

FFP2-Masken sind eigentlich für den Einmalgebrauch vorgesehen, so steht es auch im Beipackzettel. Im Alltagsgebrauch sieht es aber meist ganz anders aus: ein Einkauf im Supermarkt, danach noch schnell zur Post, die Kinder von der Kita abholen – alles mit der gleichen Maske. Anschließend bleibt die Maske im Auto liegen, damit sie am nächsten Tag gleich wiederverwendet werden kann. Das ist bequem und spart Kosten.

 

Im Test: 15 handelsübliche FFP2-Masken

Funktioniert das eigentlich? Schützt eine mehrmals verwendete Maske ebenso gut vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wie beim ersten Tragen? Ein Forscherteam der Hochschule München ging dieser Frage auf den Grund: „Wir haben die Filterwirkung und den Atemwiderstand von 15 in Deutschland erhältlichen FFP2-Maskenmodellen vor und nach einer 22-stündigen Gebrauchssimulation untersucht“, sagt der wissenschaftliche Projektleiter und Professor für Medizintechnik Christian Schwarzbauer.

 

Wirksamkeit bei mehrfachem Tragen simulieren

Für die Gebrauchssimulation hat der Ingenieur und Mechatroniker Hamid Azizi im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Fakultät für angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik einen speziellen Beatmungssimulator entwickelt. Damit lassen sichLuftfeuchtigkeit, Temperatur, Druck und Atemzeitvolumen der menschlichen Atmung bei leichter körperlicher Belastung exakt nachbilden. Jede Maske wurde zunächst für 12 Stunden mit dem Beatmungssimulator "beatmet" und anschließend für 60 Minuten in einen Trockenofen bei 80°C gelegt. Danach schloss das Team die Maske noch einmal für zehn Stunden an den Beatmungssimulator an und unterzog sie dann einer zweiten Wärmebehandlung im Trockenofen.

 

Abnahme der Filterleistung

Die Gebrauchssimulation führte bei 8 der 15 untersuchten FFP2-Masken-Modellen zu einer signifikanten Abnahme der Filterleistung. Ein Masken-Modell konnte weder im fabrikneuen Zustand, noch nach der Gebrauchssimulation die Norm bezüglich der Filterleistung erfüllen. "Solche Masken dürften eigentlich gar nicht erst in den Handel kommen“, kritisiert Schwarzbauer. Der Atemwiderstand der Maskenmodelle hat sich durch die Gebrauchssimulation bei den meisten Maskenmodellen tendenziell verringert. "Die Masken bieten dadurch etwas mehr Atemkomfort, ansonsten ist das aber unproblematisch, da die Schutzwirkung trotzdem gegeben ist", sagt Schwarzbauer. Ein Masken-Modell lag sowohl im fabrikneuen Zustand als auch nach der Gebrauchssimulation über dem maximal zulässigen Grenzwert für den Atemwiderstand.

 

Wirksamer Schutz trotz mehrfachem Tragen bei fast allen Modellen

12 der 15 untersuchten FFP2-Masken-Modelle haben den Labortest bestanden - zwei erfüllten nicht einmal im fabrikneuen Zustand die Anforderungen der Norm. Durch die Gebrauchssimulation waren die Masken für insgesamt 22 Stunden einer Belastung ausgesetzt, die sich durch das Atmen bei leichter körperlicher Aktivität ergeben würde. "Wird eine FFP2- Maske nur für wenige Stunden am Tag bei moderater körperlicher Aktivität getragen, dann sehe ich hinsichtlich der Schutzwirkung und des Atemkomforts kein Problem, wenn diese Maske an mehreren Tagen wiederverwendet wird", sagt Schwarzbauer.

 

Bewertung der ausgewählten FFP2-Maskenmodelle auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse. (Grafik: Hamid Azizi und Christian Schwarzbauer)
Bewertung der ausgewählten FFP2-Maskenmodelle auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse. (Grafik: Hamid Azizi und Christian Schwarzbauer)

Die FH Münster veröffentlichte eine Informationsbroschüre zur Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch. Ein Preprint der Studie von Hamid Azizi und Christian Schwarzbauer ist bereits erschienen.

 

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch

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