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Falschparken: Ein Spiel auf Kosten des Gemeinwohls

Falschparkern auf der Spur: Eine Forschungsgruppe um HM-Professor Andreas Humpe untersuchte die Konsequenzen des „Parkdrucks“ in deutschen Innenstädten (Foto: PantherMedia/scalatore959)
Falschparkern auf der Spur: Eine Forschungsgruppe um HM-Professor Andreas Humpe untersuchte die Konsequenzen des „Parkdrucks“ in deutschen Innenstädten (Foto: PantherMedia/scalatore959)

[17|05|2022]

Studie zu Falschparkdelikten in deutschen Innenstädten

 

Dass Deutschland eine Autofahrernation ist, zeigt sich nicht nur bei der erneut entflammten Diskussion zum Tempolimit. Auch im Hinblick auf die Parksituation in den Städten gibt sich die Bundesrepublik sehr autofahrerfreundlich: Das belegt die aktuelle Studie einer internationalen Forschungsgruppe rund um HM-Professor Andreas Humpe von der Fakultät für Tourismus zu Falschparkdelikten in Freiburg.

 

Forschungsgrundlage waren alle registrierten Parkvergehen des Jahres 2019, in Summe über 180.000 Stück. „Die Daten umfassten Ort und Zeit. Zudem lagen uns die Dienstpläne mit den Kontrollbezirken vor“, erklärt Humpe. Ziel der Forschung war es, aufgrund der Kontrollhäufigkeit laut Dienstplänen und den registrierten Parkvergehen zu berechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit Falschparker erwischt werden und wie hoch die Zahl der Falschparker tatsächlich ist.

 

Falschparken wirtschaftlich vorteilhaft

Hierfür haben die Forscher das Freiburger Stadtgebiet in geografische Sechsecke unterteilt. Im Anschluss wurden die zeitlich-räumlichen Wahrscheinlichkeiten berechnet, wie hoch das Risiko pro Sechseckstunde ist, beim Falschparken mit einem Bußgeld belegt zu werden. Die Ergebnisse der Freiburger Studie bestätigen: In 61,3 Prozent der im Zentrum gelegenen Sechseckstunden und in 94,4 Prozent der außerhalb gelegenen Sechseckstunden ist es wirtschaftlich vorteilhaft, keine Parkgebühren zu zahlen. „Ökonomisch gesehen rechnet es sich also häufig falsch zu parken“, bestätigt Humpe.

 

Gebühren, Kontrollen und Bußgelder im Gleichgewicht

Eine Tatsache, die von den Kommunen so sicher nicht gewollt ist. Eine erste Reaktion hierauf wäre es, die Kontrollhäufigkeit zu erhöhen. Mit zunehmenden Grenzkosten wird das Entdecken weiterer Falschparker jedoch wirtschaftlich unrentabel. Alternativ könnte man die Parkgebühren so stark senken, dass sich Falschparken nicht mehr lohnt. Doch dies würde den Individualverkehr nur weiterfördern, was weder politisch noch gesellschaftlich gewünscht ist. „Die einzig logische Konsequenz ist es daher, die Strafen zu erhöhen“, resümiert Humpe seine Forschungsergebnisse.

 

Damit bestätigen diese, dass der städtische Raum in einem Gleichgewicht von Gebühren, Kontrollen und Bußgeldern ausgehandelt werden könnte. Um den immer noch hohen Individualverkehr mit dem Gemeinwohl in Einklang zu bringen, müssten die Parkgebühren in Innenstädten hoch sein, die Kontrolldichte müsste ein erhebliches Entdeckungsrisiko darstellen und die Geldbußen müssten im Verhältnis zu den Gebühren höher sein.

 

 

Daniela Hansjakob

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