Smarte Sensoren für Glascontainer

DTLab-Challenge mit der LIV-T GmbH

OrganisationLIV-T GmbH
TitelGlassFox/LIV-T GmbH - Markteintrittsstrategie für den Use-Case von Altglas
Unterstützende ProfessorenProf. Lars Brehm, Prof. Martin Delp
Datum01.07.2020

Überblick

LIV-T ist ein Münchner Start-Up, das aus einem der größten deutschen Energiekonzerne (EnBW) hervorgegangen ist. Das Unternehmen entwickelt IoT-Sensoren und die zugehörige Software. Bisher ist das Unternehmen mit dem OilFox, einem Füllstandsensor für Öltanks, international im Geschäft und arbeitet nebenbei noch an anderen Sensoren, ebenfalls im Bereich der Füllstandmessung. In dieser Challenge ging es darum, eine Markteintrittsstrategie für einen Füllstandsensor für Altglascontainer zu entwickeln.

Problem

Abfallentsorgungsunternehmen leeren die Altglascontainer bislang nach einem von den dualen Systemen festgelegten Zeitplan. Mit diesem Zeitplan kommt es vor, dass einige Container schon vor dem angegebenen Leerungsdatum überfüllt sind und das Altglas zum Teil einfach vor den Containern abgestellt wird, oder dass die Container noch nicht komplett voll sind, wenn sie geleert werden. Das Problem, in diesem Fall die Logistik, kann durch den Einsatz von Füllstandsensoren optimiert werden. Die Entsorgungsunternehmen bekommen mit ihrer Hilfe den Füllstand in Echtzeit angezeigt und können dann flexibel reagieren, sodass Container zum richtigen Zeitpunkt geleert werden. Dies hilft wiederum, unnötige Fahrten zu vermeiden und damit Ressourcen zu schonen.

Methode

Mit dem Ziel, einen ersten Überblick über den neuen Markt zu erhalten, machte sich ein Team aus sechs Studierenden der Studiengänge BWL und Druck & Medientechnik der Hochschule München an eine Markt- und Wettbewerbsanalyse. Um die Kunden besser kennenzulernen, führten sie mehrere Experteninterviews mit Abfallentsorgungsunternehmen durch. Mit Hilfe dieser Informationen machten sie eine geeignete Zielgruppe, Wertmultiplikatoren und mögliche Hindernisse beim Eintritt in den neuen Markt aus. Die gewonnenen Daten nutzten sie dann, um im Zusammenhang mit einer SWOT-Analyse die USP (Unique selling proposition) der Klienten zu definieren.

Um die Bedürfnisse der Kunden noch besser zu verstehen, verwendete das Studierendenteam den "Working Backwards"-Ansatz von Amazon. Sie begannen mit der Beantwortung der fünf "Working-Backwards"-Fragen, erstellten eine Empathymap und vollzogen die Customer Journey nach. Mit den Informationen wurde ein Storyboard erstellt sowie die drei Artefakte, auf welche der "Working-Backwards"-Ansatze abzielt: Eine Pressemitteilung, die FAQs und einen Prototypen.

Dies half den Studierenden dabei, ihre "große Idee" zu entwickeln, eine Markteintrittsstrategie, die LIV-T dabei unterstützen könnte, in den Markt der Abfallmesssensoren einzutreten. Die Studierenden kamen zu dem Schluss, dass der beste Weg, um neue Kunden anzusprechen, ein Pitch-Deck wäre. Mit diesem könnte LIV-T auf Messen (wie beispielsweise der IFAT in München) Abfallwirtschaftsunternehmen ansprechen und von ihrem Produkt überzeugen. Als Prototyp wurde ein Entwurf für das Pitch-Deck erstellt. Außerdem entwarfen die Studierenden ein prototypisches Webinterface, in dem die Daten der Messsensoren analysiert werden könnten.

Prototyp

Der Prototyp des Webinterfaces wurde mit Adobe XD erstellt. Das Programm ermöglicht es, eine Website einschließlich verschiedener Unterseiten, Funktionen und Zusammenhänge zu simulieren. Für einen ersten Entwurf des Storyboards nutzten die Studierenden Canva, für den finalen Entwurf Adobe Illustrator. Das Pitch-Deck wurde mit Google Slides erstellt.

Programme

  • Interface: Adobe XD Version 30.2.12
  • Illustrationen im Storyboard: Adobe Illustrator Version 24.2.1

Nächste Schritte

LIV-T möchte weiter an dem Use Case arbeiten, um die Idee zu konkretisieren und dann gegebenenfalls umzusetzen.

Über das Co-Innovation Lab

Diese Challenge wurde als Gemeinschaftsprojekt zwischen dem DTLab und dem Co-Innovation-Lab der Hochschule München bearbeitet. Das Co-Innovation-Lab ist ein übergreifendes Konzept für Innovationsprojekte von Studierenden mit Unternehmen. Hierzu werden temporäre Innovationspartnerschaften – in Form von Projekten – zwischen Unternehmen, Studierenden und DozentInnen geschaffen. Initiiert durch Prof. Holger Günzel und Prof. Lars Brehm (beide Hochschule München) werden aktuell mehr als 25 Innovationsprojekte pro Jahr, auch häufig interdisziplinär, durchgeführt. Das Co-Innovation Lab ist als offene Community aufgebaut. Interessierte Dozierende können das Konzept des Co-Innovation Labs in ihren Lehrveranstaltungen nutzen und sich gerne aktiv in die Weiterentwicklung einbringen.

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