Potenziale für branchenübergreifende Kooperation und grenzüberschreitende Strukturpolitik in der EUREGIO ZWK
Die Wirtschaft im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie in den Tiroler Bezirken Reutte und Innsbruck-Land ist kleinteilig strukturiert. Analysen und Entwicklungsstrategien wurden bislang meist getrennt für die einzelnen Teilregionen erarbeitet. Das Projekt untersucht die Wirtschaftsstruktur dieses Grenzraums erstmals gemeinsam. Grundlage ist eine datengestützte SWOT-Analyse auf Basis amtlicher Beschäftigungsdaten aus Deutschland und Österreich. Sie zeigt, auf welche Branchen die Region spezialisiert ist und wie eng diese mit verwandten Wirtschaftszweigen vor Ort verbunden sind. Daraus lassen sich Ansatzpunkte für branchenübergreifende Kooperation, grenzüberschreitende Strukturpolitik sowie Start-up- und Ansiedlungspolitik ableiten. Die Ergebnisse werden in drei Workshops mit regionalen Akteuren diskutiert.
Forschungsgebiet:
- Laufzeit:
- 01.07.2026 - 30.06.2028
- Projektstatus:
- laufend
- Einrichtungen:
- Fakultät für Tourismus Transfer- und Innovationszentrum im Oberland (TIZIO)
- Projektleitung:
- Prof. Dr. Matthias Firgo
- Förderprogramm:
- Interreg Bayern - Österreich
- Drittmittelart:
- EU
- Internationale Zusammenarbeit:
- ja
- Projektart:
- Forschung
Die EUREGIO Zugspitze–Wetterstein–Karwendel (ZWK) steht vor der gemeinsamen Herausforderung, dass eine kleinteilige Wirtschaftsstruktur mit überwiegend kleinen Unternehmen die Nutzung von Synergien, den Wissenstransfer zwischen Branchen sowie eine strategisch abgestimmte grenzüberschreitende Entwicklung erschwert. Gleichzeitig fehlt bislang eine gemeinsame, evidenzbasierte Wissensgrundlage, auf deren Basis regionale Akteure wirtschaftliche Stärkefelder, Kooperationspotenziale sowie Chancen und Risiken der Region systematisch identifizieren und weiterentwickeln können. Das Projekt setzt hier an, indem es Wissen grenzüberschreitend generiert, vermittelt und gemeinsam nutzbar macht und damit einen direkten Beitrag zum Aktionsfeld 1 „Grenzenlose Wissensgesellschaft“ der Strategie der EUREGIO ZWK leistet.
Das Projekt verfolgt einen konsequent grenzüberschreitenden Ansatz, indem die Wirtschaftsstruktur des Landkreises Garmisch-Partenkirchen in Bayern sowie der Bezirke Innsbruck-Land und Reutte in Tirol gemeinsam analysiert, interpretiert und diskutiert wird. Die Projektpartnerschaft aus Bayern und Tirol verbindet wissenschaftliche Expertise mit regionaler Wirtschaftsförderung und schafft einen institutionellen Rahmen für grenzüberschreitenden Wissensaustausch, gemeinsame Lernprozesse und Netzwerkbildung zwischen zentralen Akteuren der Regional- und Strukturpolitik.
Herzstück des Projekts ist eine datengetriebene SWOT-Analyse der regionalen Wirtschaftsstruktur, die Spezialisierungsgrade und Einbettung von Branchen in komplementäre Aktivitäten systematisch erfasst. Diese Analyse schafft erstmals eine vergleichbare, objektive Wissensbasis für die EUREGIO ZWK und bildet die Grundlage für evidenzbasierte strukturpolitische Entscheidungen. Die Analyseergebnisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern gezielt im Rahmen von drei Ergebnisworkshops als Formate des Wissenstransfers, der grenzüberschreitenden Weiterbildung und der Diffusion von Erkenntnissen aufbereitet und diskutiert.
Ziel des Projekts ist es, ein evidenzbasiertes Instrument bereitzustellen, das Ansatzpunkte und Hebel für branchenübergreifende Kooperation, eine zielgerichtete grenzüberschreitende Strukturpolitik sowie eine fundierte Start-up- und Ansiedlungspolitik in der EUREGIO ZWK identifiziert. Die erwartete Veränderung besteht darin, dass regionale Akteure ihre Strategien künftig auf eine gemeinsame, datenbasierte Wissensgrundlage stützen und diese im Rahmen eines entstehenden grenzüberschreitenden Netzwerks aktiv weiterverwenden.
Die wichtigsten Outputs des Projekts sind:
- eine datengetriebene Analyse der regionalen Wirtschaftsstruktur als gemeinsame Wissensbasis,
- ein strukturierter Projektbericht mit grafisch aufbereiteten Ergebnissen,
- drei thematisch fokussierte Ergebnisworkshops, die der Interpretation der Analyse, der Identifikation von Kooperationschancen in Schlüsselbranchen und der Diskussion von Chancenfeldern für Start-ups dienen.
Diese Workshops fungieren zugleich als grenzüberschreitende Weiterbildungs- und Vernetzungsformate im Sinne des Aktionsfeldes 1 der EUREGIO-Strategie und tragen sowohl zum Kompetenzaufbau der beteiligten Akteure als auch zur Bildung und Stärkung nachhaltiger Netzwerke bei. Von den Projektergebnissen profitieren insbesondere regionale Wirtschafts- und Entwicklungsakteure, Unternehmen und BranchenvertreterInnen, politische EntscheidungsträgerInnen sowie GründerInnen und Start-ups im Untersuchungsraum.
Projektförderung
Adressierte Nachhaltigkeitsziele (SDGs)