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„Eine Win-Win-Situation“
Vom Studenten der ersten Kohorte zum Dozenten: Im Interview mit dem Weiterbildungszentrum (WBZ) spricht Maximilian Miltenberger über den Master Ingenieurakustik – und wie er sich verändert hat.
02/04/2026
Maximilian Miltenberger kennt den Masterstudiengang Ingenieurakustik an der Hochschule München aus zwei Perspektiven: als Absolvent der ersten Kohorte und heute als Dozent. Seit seinem Fahrzeugtechnik-Diplom arbeitet er als Laboringenieur an der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Flugzeugtechnik (FK 03) und war von Beginn an in den Aufbau des Studiengangs eingebunden.
„Ich war damals schon als Laboringenieur bei Prof. Sentpali tätig und habe den Entstehungsprozess hautnah miterlebt“, erzählt Miltenberger. „Für mich war schnell klar, dass der Master eine großartige Gelegenheit ist, mein Wissen zu vertiefen.“
Präsenz statt Zoom – bewusst gewählte Lernform
Von Anfang an setzten die Verantwortlichen auf Präsenzunterricht. „Das war absolut die richtige Entscheidung“, betont Miltenberger. „Man ist fokussierter, lernt als Gruppe zusammen und kann sich besser austauschen. Corona hat noch einmal gezeigt, wie groß der Unterschied ist.“
Besonders hilfreich fand er damals die aufgezeichneten Vorlesungen: „Gerade bei Blockveranstaltungen von acht Stunden kann man unmöglich alles aufnehmen. Die Möglichkeit, Inhalte später noch einmal anzuschauen, war für mich Gold wert.“
Theorie trifft Praxis
Den größten Mehrwert sieht Miltenberger in der Balance zwischen Theorie und Praxis:
„Die Grundlagen sind essenziell, aber noch wichtiger ist, dass wir sie direkt anwenden. Wir kombinieren theoretisches Wissen mit praktischen Übungen und echten Projekten. Das erleichtert nicht nur den Berufseinstieg, sondern macht auch die Lehre lebendig.“
Der Studiengang ist zudem eng mit der Industrie vernetzt. Über langjährige Partnerschaften, zum Beispiel mit Müller-BBM, gewinnen Studierende wertvolle Einblicke und Kontakte. „Davon profitieren beide Seiten: Wir nutzen deren Know-how, und die Unternehmen haben Zugang zu motivierten Nachwuchskräften.“
Veränderungen und Trends
Inhaltlich entwickelt sich der Master kontinuierlich weiter. „Während früher der Fokus in der Fahrzeugakustik stark auf Verbrennungsmotoren lag, stehen heute Elektroantriebe und deren akustische Eigenschaften im Vordergrund.“
Ein weiterer unausweichlicher Trend? Die Digitalisierung, insbesondere die Künstliche Intelligenz, ist auf dem Vormarsch: „Erste Projekte nutzen KI, um Messdaten auszuwerten und Prozesse effizienter zu gestalten. Gleichzeitig treibt die fortschreitende Digitalisierung die Messtechnik voran: kabellose Sensoren, automatisierte Analysen und neue Softwarelösungen verändern die Arbeit im Labor.“
Wie bringt man Studium, Beruf und Privatleben unter einen Hut?
Miltenberger kennt die Mehrbelastung aus eigener Erfahrung:
„Ich habe Vollzeit gearbeitet, nebenher studiert und eine Fernbeziehung geführt. Das war anstrengend. Mein Tipp ist: gutes Zeitmanagement und realistische Ziele setzen. Man muss akzeptieren, dass man nicht immer überall 120 Prozent geben kann.“