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Hannes Taubenböck gewinnt „Eule der Weisheit“
Wissenschaft zum Mitfiebern beim 13. Applied Science Slam der Hochschule München
12/05/2026
Wissenschaft einmal anders erleben: Das konnten rund 200 Gäste beim 13. Applied Science Slam der Hochschule München. Forschende der HM und zwei externe Gäste präsentierten ihre Themen in kompakten zehn Minuten auf der Bühne. Im Mittelpunkt standen anschauliche Beispiele, kreative Präsentationen und ein bewusst unterhaltsames Format. Am Ende entschied allein der Applaus des Publikums.
Von Satellitendaten bis zu unsichtbaren Klimagasen
Den Auftakt machte Prof. Dr. Hannes Taubenböck von der Universität Würzburg, der auch am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) forscht. Anhand von Satellitendaten zeigte er, wie Fernerkundung gesellschaftliche Fragen an der Schnittstelle von globaler Ungleichheit, urbaner Entwicklung und ethischer Verantwortung sichtbar machen kann.
Anschließend erläuterte Dennis Gref von der TUM School of Life Sciences, wie aus Dünger im Boden unter bestimmten Bedingungen N₂O (Lachgas) entstehen kann: ein Gas, das nicht nur als Treibhausgas relevant ist, sondern auch in der Atmosphäre langfristig Probleme machen kann. In einem schnellen Crashkurs erklärte er, warum Mikroorganismen im Boden dabei eine Schlüsselrolle spielen und wie Forschung im Gelände konkret aussieht: messen, kartieren, vergleichen, wieder messen.
„Metaslamming“ und erneuerbare Energien
HM-Professor Christian Holler von der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften und Mechatronik rückte danach die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den Fokus. Mit einem Augenzwinkern machte er deutlich, wie internationale Prognosen von Institutionen und Fachgremien die Entwicklung erneuerbarer Energien über Jahrzehnte hinweg wiederholt unterschätzt haben – insbesondere mit Blick auf das Marktwachstum und beim schnellen Preisrückgang regenerativer Energien.
Den Abschluss übernahm HM-Student Michael Spitschan von der Fakultät für Informatik und Mathematik. In seinem Beitrag „Metaslamming“ analysierte er die vergangenen Applied Science Slams und leitete daraus „Erfolgsfaktoren“ ab. Seine Ergebnisse fielen pragmatisch aus: Wer gewinnen will, überzieht am besten nicht die Zeit. Und eine Promotion scheint sich für nicht nur wissenschaftlich, sondern auch beim Publikum auszuzahlen.
Viel Applaus und ein Energieexperiment
Durch den Abend führten die HM-Professoren Georg Eggers und Michael Sachs mit humorvoller Moderation und musikalischer Begleitung. Ergänzt wurde das Programm von Musikerin und Kabarettistin Verena Richter. In der Pause wurden die Gäste selbst aktiv: Vor dem Hörsaal konnten sie auf dem Espresso-Energy-Bike von Dominik Niederlechner in die Pedale treten und so mit Muskelkraft eine Espressomaschine betreiben.
Publikum kürt Slam-Champion
Zum Finale lag die Entscheidung wie gewohnt beim Publikum: Hannes Taubenböck erhielt mit dem meisten Applaus die „Eule der Weisheit“, die im 3D-Drucker des HM C-Labs gefertigt wird. Für Getränke und gute Stimmung sorgten die Freunde der Hochschule München e.V., die regelmäßig HM-Veranstaltungen unterstützen.
Lisa Miethke