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Werk & Biografie von Helmuth Wolff
Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, besucht HM-Ausstellung zu jüdischem Architekten in München
28/05/2026
Mit der Ausstellung „Architektur, Exil, Neuanfang: Werk und Biografie des Architekten Helmuth Wolff“ widmet sich die Fakultät für Architektur der Hochschule München einem heute fast vergessenen jüdischen Architekten. Helmuth Wolff (1895–1940) prägte mit seinen Wohnanlagen in Bogenhausen das Münchner Stadtbild – und ist doch kaum bekannt. Seit dem 7. Mai 2026 ist seine Geschichte nun im Bürger- und Kulturtreff „Neue Ziegelei" in Bogenhausen zu erleben.
Aus dem Archiv auf die Ausstellungswand
Entstanden ist die Ausstellung in einem Forschungsseminar unter der Leitung von HM-Professor für Architekturgeschichte Karl R. Kegler. Architektur-Studierende bildeten dabei Teams und sichteten Bauakten aus dem Nachlass Wolffs. Außerdem lernten die Studierenden in Archiven nach Dokumenten zu recherchieren und erzählten anhand der historischen Unterlagen eine dokumentarische Geschichte.
Zeitzeugin Charlotte Knobloch zu Gast
Für die Ausstellung kündigte sich nach kurzer Zeit ein prominenter Gast an: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, bekundete ihr Interesse mehr über das Leben und Wirken Wolffs zu erfahren und kam dafür persönlich für einen Rundgang vorbei. Als Zeitzeugin beleuchtete sie den Ausstellungsinhalt in seinem zeitgeschichtlichen Kontext und ermutigte die Studierenden, mit ihrem architektonischen Schaffen eine positive Wirkung auf die Gesellschaft zu entfalten: „Mich bewegt die Geschichte der Familie zu der damaligen, schwierigen Zeit sehr. Dass genau diese Menschen, die so viel geleistet haben, nicht vergessen werden, dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Den angehenden Architektinnen und Architekten wünsche ich viel ‚Mazel', also viel Glück." Für das HM-Team war der Besuch eine besondere Ehre: „Es war ein schöner und sehr sympathischer Besuch, der aus echtem Interesse erfolgt ist. Für die Studierenden, die die Ausstellung vorbereitet haben, und für mich waren die Begegnung mit Frau Knobloch und ihre Erinnerungen an die Zeit des Holocaust eine eindrucksvolle Erfahrung“, sagt HM-Professor Kegler.
Erinnerung lebendig halten
Architektonisch bewegt sich Wolff zwischen Moderne und Münchner Bautradition – ein eigenständiger Stil, der das Stadtbild von Bogenhausen bis heute mitformt. Die Ausstellung macht diesen Einfluss sichtbar und erinnert daran, dass hinter jedem Bauwerk eine Biografie steht: sie verbindet architekturhistorische Forschung mit dem Gedenken an einen Menschen, dessen Leben und Werk durch den Nationalsozialismus ausgelöscht werden sollten. „Die Ausstellung zeigt anhand des Werks von Helmuth Wolff, wie wertvoll es sein kann, sich mit der biografischen Dimension in der Architektur auch anhand bislang weniger bekannter Bauwerke vor der eigenen Haustür auseinanderzusetzen, um ihre Relevanz für den Alltag zu durchdringen“, betont Johannes Kappler, Dekan der Fakultät für Architektur.
Ausstellung besuchen
Die Ausstellung läuft noch bis 12. Juni 2026 in der Neuen Ziegelei. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Verein NordOstKultur realisiert. Der Eintritt ist frei.
Constance Schölch