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Geschichten von Verzweiflung und Rettung
HM-Chor und -Symphonieorchester führen den ersten Teil des Oratoriums Elias von Mendelssohn auf
21/06/2026
Große Themen wie ein Fluch, Wunder und ein Wettstreit und große Gefühle von Verzweiflung, Widerspruch und Erlösung: Diese bespielte das Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) mit der biblischen Geschichte des Propheten Elias. HM-Chor und -Symphonieorchester führten den ersten Teil des Werks in der LMU-Aula unter der Leitung von HM-Professor Matthias Stoffels auf.
Fluch und Wunder
Elias‘ Rezitativ mit dem Fluch des Ausbleibens von Regen bis das Verhältnis des Volkes Israel zu Gott geklärt sei, setzt die Handlung in Gang. Nach der Ouvertüre gestalten Chor und Orchester den musikalischen Fortgang des Stücks unter Mitwirkung der Solistinnen und Solisten Anne Steffens (Sopran), Isabelle Rejall (Alt) sowie Markus Gruber (Tenor) und Jakob Schad (Bass) zugleich kontrastreich und ausgewogen. Figuren wie Elias und Obadjah stellen die Verzweiflung über die Dürre im Wechsel mit dem Chor dar. Laut und leise, wuchtig und weich arbeiten Chor und Orchester die unterschiedlichen Ansprachen von Gott aus: einem wechselnd liebenden und zürnenden Gott. Für die Reise von Elias geben Engel Schutzversprechen ab und kündigen Wunder an: Essen und Trinken trotz der Dürre sowie die Wiederbelebung des kranken Sohnes einer Witwe.
Wettstreit und Rettung
Der Prophet ruft schließlich einen Wettstreit zwischen Baalskult und Gottesglauben aus: Wer zuerst das Holz des Opferaltars entzünde, sei der wahre Gott. Der Chor fordert in dieser Partie als Baalsanhänger diesen eindringlich heraus, Elias wiederum betet zu Gott um das Feuerzeichen. Als Gott das Feuer entzündet, werden die Gottesgläubigen liebevoll getröstet und die Baalsanhänger grausam vernichtet – die Tat eines zürnenden Gottes. Elias bittet nun um Regen und drei Mal kommt der Knabe zurück, bis er endlich Regen sichtet. Der erste Teil des Oratoriums endet mit dem Dankeschor: „Dank sei dir, Gott, du tränkest das durst’ge Land!“
Eindringlich, fein, facettenreich sowie wuchtig und voller Kraft: Chor und Symphonieorchester spielten die ganze Bandbreite des Oratoriums aus und wirkten doch wie ein einziger Klangkörper. Das Publikum applaudierte begeistert und wurde nach dieser dramatischen Geschichte wie zu Ende eines Kinofilms wieder in die Wirklichkeit entlassen.
Weitere Informationen finden Interessierte auf den Webseiten von HM-Chor und -Symphonieorchester.
Christiane Taddigs-Hirsch