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Gemeinsam für mehr Resilienz
Neues Zivilschutznetzwerk gegründet
25/09/2026
Naturkatastrophen, Cyberangriffe, Gefährdungen der Energieversorgung und andere Störungen kritischer Infrastrukturen stellen den Zivil- und Katastrophenschutz vor komplexe Herausforderungen. Um auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben, haben die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik , die Feuerwehr München sowie der VDE Bayern das Zivilschutznetzwerk (ZSN) gegründet.
Es bringt Menschen und Institutionen aus Wissenschaft, Einsatzpraxis, kritischer Infrastruktur, Politik und Wirtschaft zusammen, um Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, Kompetenzen zu verbinden und gemeinsam technische wie organisatorische Lösungen zu entwickeln.
Warum es das Netzwerk braucht
Für Prof. Dr. Sonja Munz, Vizepräsidentin für Forschung ist zivile Sicherheit wieder stärker im Fokus: „Die Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht, brauchen Zusammenarbeit. Als Hochschule München wollen wir dazu beitragen, dass unser Wissen Wirkung entfaltet und in der Praxis ankommt. Das Zivilschutznetzwerk schafft dafür die Grundlage.“
Die Zweite Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München, Mona Fuchs hebt die Bedeutung des Netzwerks angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage hervor: "Es ist unsere Aufgabe als Politik, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die vielen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte andere Menschen schützen können. Dafür, dass sie mitunter ihre eigene Gesundheit und ihr eigenes Leben riskieren, gebührt ihnen unser größter Dank. Ihr Einsatz gilt allen Menschen, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder gesellschaftlicher Stellung. Denn: In der Krise sind alle gleich.“
Kommunikation im Krisenfall sichern
Beim ersten Treffen wurde deutlich, dass eine leistungsfähige Kommunikation während einer Krise essenziell ist und weiter ausgebaut werden muss. Behörden müssen auch bei einem Ausfall der regulären Kommunikationswege Informationen austauschen können, um Maßnahmen zu koordinieren und handlungsfähig zu bleiben. Es stellte sich die Frage, wie Informationen auch bei einem Netzausfall weitergegeben werden können. Dafür soll ein Kommunikationswürfel entwickelt werden. Die kompakte Station empfängt Informationen und gibt sie an die nächste Station weiter. So entsteht eine robuste Mesh-Kommunikation, bei der die Daten über mehrere verbundene Stationen weitergeleitet werden.
Vom Lehrprojekt zur praktischen Anwendung
Ein Ziel des Netzwerks ist es, konkrete technische Lösungen für den Zivil- und Katastrophenschutz zu entwickeln. Dafür möchte die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik ein Lehrprojekt konzipieren. Studierende sollen dabei die Software und Systemintegration für eine Drohne entwickeln, die ein definiertes Außengelände autonom abfliegen und kartografieren kann. Mithilfe spezieller Sensorik soll sie Gefahrstoffe in der Luft detektieren, die Messwerte ortsgenau erfassen und potenziell belastete Bereiche lokalisieren. Eine solche Drohne könnte bei Schadenslagen schneller und flexibler vor Ort eingesetzt werden und dadurch ein präziseres Lagebild liefern.
Das Zivilschutznetzwerk trifft sich in halbjährlichen gemeinsamen Arbeitsrunden. Die nächste Runde für Februar 2027 ist in Planung. In der Zeit zwischen den Treffen werden die dort angestoßenen Ideen und Projekte weiterbearbeitet und für die Umsetzung vorbereitet. „Wir wollen nicht von Veranstaltung zu Veranstaltung denken, sondern Wirkung erzielen“, sagt Prof. Dr. Benjamin Kormann, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Hochschule München und Mitinitiator des Netzwerks.
Weitere Informationen: Über das Zivilschutznetzwerk