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"Männerlimit statt Frauenquote?!“: Männerforscher Christoph May zu Gast an der Hochschule München
„Männer müssen in die Eigeninitiative. Raus aus der Opferrolle. Wer das noch nicht gecheckt hat, ist Teil des Problems.“
02/11/2026
So deutlich formuliert es Männerforscher Christoph May in seinen Vortrag „Männerlimit statt Frauenquote?!“ an der Hochschule München. Mehr als 100 Interessierte nahmen an der öffentlichen Veranstaltung teil, die das Thema Männlichkeit kritisch beleuchtet.
Bereits im Vorfeld sorgte die Veranstaltung für Aufmerksamkeit. Das Gender & Diversity-Team der HM erreichten einige Reaktionen, darunter auch kritische und ablehnende Nachrichten. Die Resonanz unterstrich die gesellschaftliche Relevanz des Themas und spiegelte wider, wie kontrovers Diskussionen über Geschlechterrollen und Gleichstellung aktuell geführt werden.
Kritische Perspektiven auf Männlichkeit
In seiner Arbeit beschäftigt sich Christoph May mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Männlichkeit sowie deren Folgen für Einzelne und Gemeinschaften. Er sprach im Vortrag über Männerbünde, Männerfantasien und kritische Männlichkeit. Dabei zeigte er auf, wie tradierte Vorstellungen von Männlichkeit soziale Ungleichheiten und Gewaltstrukturen begünstigen können.
Anhand zahlreicher Beispiele aus Film, Popkultur und digitalen Medien verdeutlichte May, wie bestimmte Imaginationen von männlicher Stärke und Härte immer wieder reproduziert werden. Figuren aus bekannten Filmreihen, Memes und Musikvideos dienten dabei als Ausgangspunkt, um gesellschaftliche Ideale und Zuschreibungen kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig verwies er auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, die Zusammenhänge zwischen Männlichkeitsnormen und Gewaltverhalten untersuchen.
Diskussion über gesellschaftlichen Wandel
Im Anschluss an den Vortrag diskutierte May mit dem Publikum über Perspektiven für eine Veränderung gesellschaftlicher Geschlechterverhältnisse. Hoffnung schöpfe er insbesondere aus den vielfältigen Initiativen und Protestbewegungen von Frauen* sowie aus dem wachsenden Engagement von Männern, die sich öffentlich gegen Gewalt und diskriminierende Rollenvorstellungen positionieren.
Dabei verwies er unter anderem auf internationale Bewegungen wie die 4B-Bewegung in Südkorea sowie auf aktuelle Debatten über geschlechtsspezifische Gewalt. Diese hätten sich, durch mutige Frauen* wie Gisèle Pelicot, verändert. Entscheidend sei die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen. Veränderungen, so May, ließen sich weder durch die Pathologisierung des Männlichen noch durch die Individualisierung des Problems erreichen. Er plädierte stattdessen für ein kollektives und strukturelles Umdenken im Umgang mit Männlichkeit und Geschlechterrollen
Frauen* steht für alle, die sich als Frauen fühlen, sich im weiblichen Spektrum verorten oder aufgrund dessen, wie sie von anderen gelesen werden, ähnliche Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen machen, sowie non-binäre und inter*-Personen, die sich angesprochen fühlen.
Nastassja Krusche